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Verhüten mit NFP: So funktioniert es

Verhüten mit NFP: das Wichtigste auf einen Blick

NFP steht für natürliche Familienplanung – ein, wie ich finde, nicht sehr sexy Begriff dafür, dass du deine Fruchtbarkeit in die eigene Hand nimmst. Anders als der Begriff vermuten lässt geht es nicht darum eine Familie zu planen, sondern viel mehr darum bewusst mit deiner Fruchtbarkeit umzugehen: entweder zur gezielten Schwangerschaft oder zur Vermeidung einer Schwangerschaft. Deswegen finde ich persönlich den englischen Begriff „fertility awareness methods (FAM)“ sehr viel treffender. NFP ist ein Sammelbegriff für alle natürlichen Methoden, die durch Körperbeobachtung die fruchtbare und nicht fruchtbare Zeit im Zyklus bestimmen. Dazu gehören die Temperaturmethode, die Billingsmethode und die symptothermale Methode.

Die Kalendermethode – also einfache Tage abzählen – ist keine NFP-Methode.

Die sicherste NFP-Methode ist die symptothermale Methode. Wenn von NFP die Rede ist, ist diese Methode meistens damit gemeint. Wenn bei Ovulista von NFP gesprochen wird, ist damit immer die symptothermale Methode gemeint. Deswegen soll es in diesem Artikel detaillierter um diese sichere Methode gehen. Mehr über die anderen NFP-Methoden, Temperaturmethode und Billingsmethode, findest du hier und in dem Video zum Beitrag.

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1. Wie funktioniert verhüten mit NFP?

1.1 Mit NFP die fruchtbare Phase bestimmen

Es gibt nur ca. 6 Tage im Zyklus an denen bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Befruchtung stattfinden kann. Diese Tage setzten sich aus der maximalen Befruchtungsfähigkeit der Spermien (5 Tage) und der maximalen Befruchtungsfähigkeit der Eizelle (12-18 h) zusammen. Eine Befruchtung kann also nur bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ab ca. 5 Tage vor bis inklusive des Eisprungs stattfinden. Ist der Eisprung vorüber, kann in demselben Zyklus kein weiterer Eisprung stattfinden.

Nach Bestätigung des Eisprungs bist du entsprechend für den restlichen Zyklus nicht mehr fruchtbar. Der Zyklus lässt sich also in eine nicht fruchtbare Phase am Zyklusanfang, eine fruchtbare Phase um den Eisprung und eine nicht fruchtbare Phase nach dem Eisprung einteilen. Diese Phasen können mit Hilfe der Körperzeichen sicher bestimmt werden.

Außerhalb der fruchtbaren Phase ist keine Verhütung notwendig, da eine Befruchtung biologisch ausgeschlossen ist. Während der fruchtbaren Phase wird meist mit Barrieremethoden z.B. Kondomen verhütet oder auf penetrativen Geschlechtsverkehr verzichtet. NFP ist also genau genommen keine Verhütungsmethode, sondern eine Methode, mit der du die Tage bestimmen kannst, an denen Verhütung überhaupt notwendig ist.

verhüten mit Nfp

1.2 Mit der symptothermalen Methode verhüten

Die symptothermale Methode ist die sicherste NFP-Methode, weil zwei Körperzeichen (Zervixschleim oder Muttermund und Basaltemperatur) unabhängig voneinander beobachtet und ausgewertet.
„Sympto“ ist die Abkürzung von „Symptom“ und meint die Veränderung von Zervixschleim oder Muttermund. Beide verändern sich mit den Hormonen im Zyklus. „Thermal“ steht für das Messen der Basaltemperatur. Die Basaltemperatur ist deine morgendliche Körpertemperatur nach dem Aufwachen. Diese steigt nach stattgefundenem Eisprung um 0,2 bis 0,5 Grad an. Dieser Temperaturanstieg ist die Bestätigung für einen stattgefundenen Eisprung.
Erst wenn zwei Körperzeichen bestätigen, dass du in einer nicht fruchtbaren Phase bist, kannst du sicher ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, ohne Risiko schwanger zu werden.

Täglicher Ablauf der Anwendung:

  • Morgens nach dem Aufwachen 3 Minuten die Basaltemperatur messen oder über Nacht mit vaginalem Messsensor messen
  • Messwert auf Zyklusblatt (analog oder digital) eintragen
  • Über den Tag verteilt während deiner Toilettengänge deinen Zervixschleim beobachten
  • Abends deine Zervixschleim-Beobachtung in das Zyklusblatt eintragen
  • Aufzeichnung auswerten

Täglicher Zeitaufwand: maximal 4 Minuten – das ist weniger als der tägliche Aufwand beim Zähneputzen (;

3. Verhüten mit NFP: die Vorteile

  • Die Methode hat kein Einfluss auf deinen natürlichen Hormonhaushalt oder deinen Zyklus
  • Du entwickelst mehr Verständnis für deinen eigenen Körper, den Zyklus und deine eigene Fruchtbarkeit
  • NFP kann für die sichere Verhütung und für den Kinderwunsch genutzt werden
  • Es ist kein operativer Eingriff nötig
  • Die Methode ist sehr sicher, wenn NFP richtig gelernt und angewandt wird (mehr zur Sicherheit findest du hier.)

4. Typische Vorurteile zur Verhütung mit NFP

Natürliche Verhütung ist nicht sicher – oder doch? Es gibt viele Mythen und Vorurteile gegenüber NFP zur Verhütung.
Wichtig vorab: Bei NFP geht es nicht darum, dass du deinen Lebensstil einschränken musst! Ja, es gibt Einflussfaktoren, insbesondere auf die Basaltemperatur, die du kennen und berücksichtigen musst (ähnlich wie bei der Pille auch!). Aber es geht bei NFP nicht darum, dass du diese Einflussfaktoren vermeiden musst! Für die sichere Anwendung musst du nur wissen, wie du mit diesen Faktoren in deiner Auswertung umgehen musst.

Hier findest du die Antworten auf drei typische Vorurteile zu NFP. Weitere häufig gestellte Fragen zur Methode findest du im NFP FAQ.

„Ich kann NFP gar nicht anwenden, mein Zyklus ist zu unregelmäßig.“
Das ist nicht richtig. Bei NFP beobachtest du tagesaktuell, wo du in deinem Zyklus stehst. Du kannst so auch bei unregelmäßigen oder sehr langen Zyklen bestimmen, wann deine fruchtbare Phase und dein Eisprung sind. Bei einem sehr langen Zyklus kann es allerdings vorkommen, dass die Phase, in der du Fruchtbarkeit annehmen musst (und zusätzliche Verhütung notwendig ist) etwas länger ist.

„Ich bin im Schichtdienst tätig, deswegen funktioniert NFP für mich nicht.“
Das stimmt so auch nicht. Je nachdem in welcher Zyklusphase du dich zur Zeit deiner Nachtschicht befindest, hat diese eventuell sogar gar keinen Einfluss auf die Auswertung. Wenn die Nachtschicht in die fruchtbare Phase fällt, kann es sein, dass du länger Fruchtbarkeit annehmen und zusätzlich verhüten oder auf penetrativen Geschlechtsverkehr verzichten musst. Auswertbarkeit oder Sicherheit der Methode sind dadurch aber trotzdem gegeben. Wenn du NFP mit Schichtdienst anwenden möchtest, kannst du außerdem von Sonderregeln profitieren. Diese solltest du allerdings im Rahmen einer Beratung mit einer NFP-Beraterin lernen.

„Ich kann nicht jeden Morgen exakt zur selben Zeit aufstehen.“
Du musst bei NFP nicht jeden Morgen exakt zur selben Zeit messen. Eine Abweichung von +/- 1,5 Stunden macht bei den meisten Anwenderinnen keinen Unterschied. Wenn eine unterschiedliche Messzeit am Morgen bei dir ein Störfaktor ist, dann musst du diesen Wert ausklammern. In dem NFP-Onlinekurs Natürlich Sicher, erfährst du, wie du trotz Störfaktoren sicher mit NFP verhütest.

5. Verhüten mit NFP: ist es für dich geeignet?

Verhüten mit NFP ist grundsätzlich in jeder Lebenslage von Pubertät, über Stillzeit bis zu den Wechseljahren möglich. Trotzdem gibt es einige Punkte, die du für dich überprüfen solltest, wenn du überlegst zukünftig mit NFP zu verhüten.

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NFP Starter Guide

 

 

 

 

Katharina Dinzen ist zertifizierte Expertin für Zyklusgesundheit und natürliche Familienplanung (NFP) und die Gründerin von Ovulista.

Ihre Mission ist es Frauen und Mädchen zu zeigen, wie sie ihren Zyklus für sich nutzen können: für ihr Wohlbefinden, ihren Kinderwunsch oder die sichere, hormonfreie Verhütung.

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